"Smart Metering" - besteht Bedarf?
Ja. Deutsche wünschen sich mehr Informationen über ihren Energieverbrauch. Energiesparen ist ihnen sehr wichtig. Eine große Mehrheit achtet in den meisten Bereichen des täglichen Lebens auf den Energieverbrauch. Das ergab unlängst eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Messdienstleisters ista. Einige wichtige Ergebnisse:
- Zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, dass Angaben über den aktuellen Stand des eigenen Energieverbrauchs und der Heizkosten dazu beitragen könnten, den Verbrauch zu senken.
- Eine große Mehrheit der Deutschen würde gerne von der Möglichkeit Gebrauch machen, künftig detaillierte, aktuelle Informationen über den eigenen Energieverbrauch zu erhalten.
- Fast zwei Drittel der Befragten (64%) haben ein generelles Interesse daran. 37 Prozent würden häufigere Informationen zum Energieverbrauch "ganz bestimmt" nutzen.
- Der größte Teil der befragten Bürger (43%) bevorzugt eine monatliche Information statt der bisherigen Jahresabrechnung. Über die Hälfte würde die Daten gerne auf einer Internetseite abrufen oder per E-Mail erhalten.
Die Zukunft hat begonnen.
Im Unternehmensbereich, vor allem in energieintensiven Produktionsbetrieben, werden intelligente Stromzähler schon seit Längerem standardmäßig eingesetzt. Auch in anderen Ländern Europas haben "smart meter" bereits Einzug gehalten. In Italien bereits flächendeckend installiert, setzen Dänemark, Frankreich, Schweden, Finnland und die Niederlande ihre Konzepte in die Tat um. Die dritte Europäische Energierichtlinie sieht vor, dass die intelligenten Zähler in Europa bis zum Jahr 2020 eine Marktdurchdringung von 80 % erreichen.
Intelligente Stromzähler in der Praxis
In Deutschland testen derzeit viele Energieversorgungs-unternehmen intelligente Stromzähler bei ausgewählten Haushaltskunden. Der praktikable Einsatz, die Integration in Abrechnungsprozesse und die zukünftigen Möglichkeiten dieser Technologie stehen dabei im Fokus. Auch neue Produkte und Dienstleistungen rund um den Zähler werden in diesen Pilotprojekten getestet.
Jeder vierte deutsche Energieversorger, darunter e.on, RWE, Vattenfall und EnBW, erprobt die neuen Messsysteme und jeder fünfte plant dies in näherer Zukunft. Dies ergab die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) erstellte Studie eEnergy.
Die EnBW-Tochtergesellschaft Yello war der erste bundesweite Anbieter auf dem deutschen Markt. Derzeit bieten weiterhin jeda energie und Discovergy die Zähler deutschlandweit an. Durch die Liberalisierung des Zähl- und Messwesens kann der Anschlussnutzer seinen Messstellen-dienstleister frei wählen. Derzeit bieten die Energieversorger jedoch noch keine echten flexiblen Tarife an. Es existieren hingegen fixe "Sparzeiten" (meist nachts und am Wochenende) mit reduzierten Arbeitspreisen.
Für Neubauten und totalsanierte Gebäude sind die intelligenten Zähler seit 2010 gesetzlich vorgeschrieben.
Forsa-Umfrage: EnergieVerbrauch und Energiesparen
Die Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich detailliertere, zeitnahe Informationen über den eigenen Energieverbrauch.



